Zurück zur Startseite
Vereinsname

Unser Vereinsemblem:


Ein Regenbogenschüssel-Stater aus dem Schatzfund von Gaggers.


Ein Regenbogenschüsselchen der besonderen Art der keltischen Goldmünzenprägung wurde von dem neu gegründeten Verein als Emblem übernommen. Die Vorderseite zeigt in frontaler Darstellung den Kopf eines Rothirsches in einem Fadenkreis. Auf der Rückseite ist ein in das Münzrund komponiertes Dreiblatt zu sehen, auch als Schleifenmotiv oder Dreierwirbel bekannt. Der Durchmesser beträgt ca. 16 Millimeter und das Gewicht etwa 7,5 Gramm. Das Gold ist 18 1/2 karätig mit Silber und etwas Kupfer legiert.


Mit bestimmten Tieren war eine besondere Verehrung verbunden. So war der Hirschgott - Cernunos - in der Religion der späteren Latenezeit vermutlich eine der wichtigsten Gottheiten. Der Hirsch ist das Zeichen von Reichtum und Fülle des Lebens.


Diese besondere Münze stammt aus einem Schatzfund, der am 1. Juni 1751 durch den Hirten von Sittenbach, Joseph Schopfer, im kleinen Ried in der Nähe von Gaggers gefunden wurde. Ingesamt soll der Fund ca. 1366 Goldmünzen umfasst haben und in einem Kupferkessel gefunden worden sein. Es war ein Mischfund, der sowohl aus östlichen boischen und aus süddeutschen Stateren vom Stamm der Vindeliker bestand. Bedauerlicherweise wurden bis auf 11 Münzen alle noch unter Kurfürst Maximilian III. Joseph (Regierungszeit 1745-1777) eingeschmolzen und in die Golddukatenprägung im Jahre 1756 miteinbezogen. Die Münzen dürften um die Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. geprägt worden sein. Obwohl es im bayerischen Raum mehrere Prägestätten gab, wird heute das Oppidum Manching aufgrund der dort gemachten Funde zur Münztechnik als die bedeutendste Prägestätte favorisiert.


Der noch vorhandene Bestand von 11 Münzen (7 Vindelikische und 4 Boische), heute in der Staatlichen Münzsammlung in München, gibt uns noch einen guten Überblick über die Typologie der eigenständigen, keltischen Goldmünzenprägung. Vom Typos sind vornehmlich Rolltier-, Vogelkopf- und Blattkranztypen vertreten. Die Rückseite ist mit Kugeln, teilweise mit einem Torques (Halsring) versehen (siehe Marita Meisenheimer: Vor- und Frühgeschichte. Kulturgeschichte des Dachauer Landes, Band 4. S. 16-18, 25, 28-29).


Wie kamen die goldenen, schüsselförmigen Münzen der Vindeliker zu dem Namen Regenbogenschüsselchen ?
Nach dem Volksglauben hinterlässt der Regenbogen dort, wo er die Erde berührt, eine goldene Spur in Form einer schüsselartigen Goldmünze. Ihre Gestalt weist die gleiche Form auf, wie ein in weiches Erdreich gefallener Regentropfen. So fand man nach starken Gewittern freigespült auf den Feldern solche Regenbogenschüsselchen. In der Volksmedizin wurde diesen Goldmünzen eine heilende und glücksbringende Kraft nachgesagt. Gefunden werden konnten sie nur durch Sonntagskinder. So waren die Bauern der festen Überzeugung, dass ein solches Regenbogenschüsselchen göttlichen Segen bringe und dann alles im Leben günstig ablaufe.


Bis zum 17. Jahrhundert bestand bei den Gelehrten Uneinigkeit darüber, woher diese schriftlosen Münzen stammten. Erst seit dem Jahre 1860 kam man zu der Erkenntnis, dass sie von den Kelten geprägt wurden.


Ungeklärt ist auch bis heute, warum die Goldprägungen Münzbilder tragen, die deutlich von den Silbermünzen, dem eigentlichen Münzumlauf, abweichen; ebenso die möglichen historischen Anlässe über die Niederlegung solcher Münzschätze.